Fachwissen

Wir kennen das Problem: Der Sanitärfachmann weiss, dass es eine schlechte Lösung ist. Der Grundriss ist für die Erschliessung der sanitären Apparate mit Wasser und Abwasser denkbar ungünstig. Zapfstellen weit weg vom Schacht verunmöglichen die Erschliessung unter Einhaltung der normativ geforderten Ausstosszeiten. Zusätzliche Steigleitungen, Strangverschiebungen im Überzug ohne genügend Platz für die gesetzlich geforderten minimalen Wärmedämmungen, Probleme mit der Platzierung der Wasserzähler… es ist zum Haare raufen! Irgendwie sucht der Monteur einen Weg, um mit den Leitungen einigermassen effizient an die geforderten Stellen zu gelangen. Doch umständliche Leitungsführungen sorgen meist für erhebliche Wärmeverluste bis hin zu hygienischen Problemen in der Trinkwasserversorgung.

 

Ungenügend gedämmte Warm- und Kaltwasserleitungen im Unterlagsboden, oft dicht beieinander, findet man in vielen Objekten. Meist ist es die einzige Lösung, um die Sanitärapparate in komplexen Grundrissen zu erschliessen. Dass dabei die Warmwasserleitung und meist auch die Fussbodenheizung ungewollt die danebenliegende Kaltwasserleitung aufwärmt, liegt auf der Hand. Dies muss aber unbedingt vermieden werden. Die geltenden Normen fordern, dass warmgehaltenes Warmwasser mindestens 55°C und Kaltwasser maximal 25°C aufweisen dürfen. Wird das nicht eingehalten, drohen Verkeimungen, die gravierende gesundheitliche Folgen haben können. Wenn die Bauherrschaft sich dessen bewusst wäre, würde sie sicher gerne Kompromisse in der Raumaufteilung zu Gunsten einer einfacheren Leitungsführung eingehen. Doch nicht nur in der horizontalen Verteilung ist Handlungsbedarf. Nach den neusten Untersuchungen und Studien ist erwiesen, dass gerade die viel zitierte Legionellenproblematik nicht auf die Warmwasserverteilung beschränkt werden kann. Die Bakterien werden über das Kaltwasser eingeschwemmt und sind demnach auch im ganzen Kaltwassernetz zu finden. Bei immer wärmerem Klima ist die Kühlhaltung des Kaltwassers im Verteilnetz eine neue Herausforderung. Der Ruf nach Steigschächten für warmführende Heizungs- und Trinkwarmwasserleitungen getrennt von der Kaltwasserleitung wird immer lauter.

Ungenügend gedämmte Warm- und Kaltwasserleitungen im Unterlagsboden, oft dicht beieinander, findet man in vielen Objekten. Meist ist es die einzige Lösung, um die Sanitärapparate in komplexen Grundrissen zu erschliessen. Dass dabei die Warmwasserleitung und meist auch die Fussbodenheizung ungewollt die danebenliegende Kaltwasserleitung aufwärmt, liegt auf der Hand. Dies muss aber unbedingt vermieden werden. Die geltenden Normen fordern, dass warmgehaltenes Warmwasser mindestens 55°C und Kaltwasser maximal 25°C aufweisen dürfen.  Wird das nicht eingehalten, drohen Verkeimungen, die gravierende gesundheitliche Folgen haben können. Wenn die Bauherrschaft sich dessen bewusst wäre, würde sie sicher gerne Kompromisse in der Raumaufteilung zu Gunsten einer einfacheren Leitungsführung eingehen.

Doch nicht nur in der horizontalen Verteilung ist Handlungsbedarf. Nach den neusten Untersuchungen und Studien ist erwiesen, dass gerade die viel zitierte Legionellenproblematik nicht auf die Warmwasserverteilung beschränkt werden kann. Die Bakterien werden über das Kaltwasser eingeschwemmt und sind demnach auch im ganzen Kaltwassernetz zu finden. Bei immer wärmer werdendem Klima ist die Kühlhaltung des Kaltwassers im Verteilnetz eine neue Herausforderung. Der Ruf nach Steigschächten für warmführende Heizungs- und Trinkwarmwasserleitungen getrennt von der Kaltwasserleitung wird immer lauter.

Wir kennen das Problem: Der Sanitärfachmann weiss, dass es eine schlechte Lösung ist. Der Grundriss ist für die Erschliessung der sanitären Apparate mit Wasser und Abwasser denkbar ungünstig.

Dass zur Erfüllung dieser Forderungen bauliche Massnahmen zwingend erforderlich sind, ist unumstritten. Der Ball liegt somit beim Architekten, der für die zweckmässige Leitungsführung die entsprechenden Schächte und Anordnungen der Sanitärräume in seine Gestaltungsüberlegungen bereits in der ersten Entwurfsphase einzubringen hat. Eine möglichst frühe Absprache mit den HLKS Planern ist von grossem Vorteil.

Was können wir als Haustechnikplaner und Installateure tun, um der Bedeutung dieser für die energetisch und gesundheitlich wichtige Einschränkung der gestalterischen Freiheit von Architekten genügend Nachdruck zu verleihen? Auch wenn es schmerzt: Bei krassen Verfehlungen der baulichen Voraussetzungen zur einwandfreien Planung und Ausführung der Sanitärleitungen soll das renommierte Unternehmen den Auftrag konsequent ablehnen. Denn sollte bei einem Streitfall vor Gericht ein Schaden eines Nutzers verhandelt werden, wird der Sanitärfachmann nicht ungeschoren davonkommen. Selbst die oft angewendete Nutzungsvereinbarung sowie schriftliche Abmahnungen werden uns nicht vor Strafe schützen.

Es geht aber auch anders.

Gemäss Aussage des jungen ETH Architekten Louis Schiess weiss man um die Problematik der Wasser-Versorgungsleitungen in Gebäuden. Im Architekturbüro graberschiess in Zug gehört das nachhaltige Bauen mit möglichst flexibler Raumgestaltung um festgelegte Kernzonen für die Ver- und Entsorgung zum Konzept. Das erlaubt die Einhaltung der geforderten Massnahmen aus den geltenden Normen und sorgt für die dauerhafte Nutzung eines Gebäudes.

Für uns Sanitärfachleute ist es zwingend, dass wir uns laufend über die neusten Erkenntnisse im Zusammenhang mit der Trinkwasserhygiene informieren. Die in der Überarbeitung stehende und wohl bald in Kraft tretende Trinkwarmwassernorm SN 456 385/1 behandelt einen wichtigen Teil der Problematik. Nur der Versuch, Normen buchstabengetreu umzusetzen, führt zwangsläufig in die Irre. Denn Theorie und Praxis sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Die Forderungen aus den Normen müssen grundsätzlich verstanden und im Zusammenhang mit der ganzen Anlage gesehen und erfüllt werden. Kompromisse sind manchmal unumgänglich. Doch dürfen sie nie versuchen, gravierend Fehler zu rechtfertigen. Eine optimale, energetisch rationelle und hygienisch unbedenkliche Wasserversorgung in einem Gebäude beginnt bei der Architektur. Nur die ganze Problemlösung einzig dem Architekten zu überlassen, greift zu kurz. Gemeinsam müssen alle Planer und Ausführenden nach optimalen Lösungen suchen und sie gemeinsam finden. Denn nebst der Energieeinsparung geht es wie erwähnt auch um die Gesundheit der Benutzer.