Trinkwasserhygiene im Fokus – von der Planung bis zum Betrieb

Trinkwasser ist eines der sensibelsten Lebensmittel – und zugleich ein technisch anspruchsvolles Medium. Zwischen der Wasserfassung und der Entnahmestelle im Gebäude beeinflussen Faktoren wie Temperaturführung, Stagnation, Materialwahl und Nutzung die hygienische Qualität entscheidend. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an energieeffiziente Gebäudetechnik. Die Trinkwasserhygiene rückt damit zunehmend in den Fokus von Planung, Ausführung und Betrieb.

Vor diesem Hintergrund führte der VSSH – Vereinigung Schweizerischer Sanitär- und Heizungsfachleute am 28. Oktober 2025 die VSSH à Jour Veranstaltung „Trinkwasserhygiene im Fokus“ durch. Gastgeber war die Baugewerbliche Berufsschule Zürich (BBZ), der der VSSH für die Gastfreundschaft herzlich dankt.

Fachwissen entlang des Gebäudelebenszyklus

Den fachlichen Einstieg übernahm Dr. Hans Peter Füchslin (HSLU / Carewater GmbH) mit einer Einordnung der Wasserhygiene und der rechtlichen Grundlagen. Zentrale Leitlinie ist das sogenannte Hygienedreieck: regelmässige Wassererneuerung, nährstoffarme Materialien und hygienisch wirksame Temperaturen. Eigentümer und Betreiber sind gemäss SVGW-Richtlinie W3/E4 zur dokumentierten Selbstkontrolle verpflichtet.

Andreas Bopp (Immobilien Stadt Zürich, VSSH-Vorstand) zeigte, wie Trinkwasserhygienekonzepte frühzeitig und systematisch in die SIA-Projektphasen integriert werden. Hygiene ist kein Zusatzthema, sondern integraler Bestandteil von Planung, Terminierung und Kostensteuerung.

Ein praxisnahes Beispiel aus der kommunalen Liegenschaftsbewirtschaftung präsentierte Joel Sigrist (VSSH-Vorstand / Burkhalter Services AG). Im Fokus standen Gefährdungsanalysen, objektspezifische Beprobungsstrategien und einfache Dokumentationsinstrumente für Betreiber und Hauswarte.

Abschliessend erläuterte Michael Meier (Direktor SVGW), wie entscheidend eine klar definierte Beprobungsstrategie für aussagekräftige Resultate ist – von der Wahl der Probenahmestellen bis zur Interpretation der Analyseergebnisse.

Austausch und Ausblick

In der Podiumsdiskussion, moderiert von Roger Neukom (Neukom Engineering AG), wurde deutlich: Trinkwasserhygiene ist eine interdisziplinäre Daueraufgabe, die nur durch eine enge Zusammenarbeit von Planung, Ausführung und Betrieb nachhaltig umgesetzt werden kann.

Der VSSH dankt zudem den Hauptsponsoren Georg Fischer Rohrleitungssysteme (Schweiz) AG und Laufen Schweiz AG für die wertvolle Unterstützung. Ohne engagierte Partner aus der Industrie wären Fachveranstaltungen wie die VSSH à Jour nicht möglich.

Für 2026 sind drei weitere VSSH à Jour Veranstaltungen in der Zentralschweiz, der Region Bern und der Ostschweiz in Planung. Ziel ist es, den fachlichen Austausch regional weiter zu stärken und die Umsetzung der Trinkwasserhygiene in der Praxis voranzubringen.