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Erdbebensichere Befestigungen von haustechnischen Installationen

Anlässlich der ersten à-Jour-Veranstaltung seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie konnten wir viel Wissenswertes über die Gefahren und Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit Erdbebenschäden erfahren. Remo Britschgi, Vertriebsingenieur der Hilti Schweiz AG, ist auf diesem Gebiet ein ausgewiesener Fachmann. Sein Vortrag war gut strukturiert und allgemein verständlich gehalten.

Im Wesentlichen geht es um die korrekte Berechnung und Auslegung der Befestigungen von Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsinstallationen im Gebäude in Bezug auf die seismischen Anforderungen.

Allzu oft wird vom Planer das mögliche Schadenpotential grösserer Erdbebeneinwirkungen unterschätzt. Bedenkt man die Häufigkeit von Erdbebenereignissen in der Schweiz, muss gebietsweise von einem erheblichen Risiko ausgegangen werden. Der Schweizerische Erdbebendienst SED hat 2019 1’670 Erdbeben registriert. Auch wenn die meisten von diesen Beben nicht direkt gespürt wurden, so ist davon auszugehen, dass es früher oder später zu einem heftigen Erdbeben kommen wird. Wenn dann Leitungsteile wegen nicht korrekter Befestigung zu Personen- oder Sachschäden führen, kann der Installateur und der Planer zur Rechenschaft gezogen werden.

Ein besonderes Augenmerk hat der ausführende Unternehmer auf die verwendeten Dübel zur Befestigung der Installationen zu richten. Sie müssen den entsprechend Leistungskategorien und Gebäudeklassen entsprechen.

Im Grundsatz gilt, dass sich Fachleute bei der Bemessung von Befestigungen der Gebäudetechnik an die anerkannten Regeln der Technik halten sollen, die in den geltenden Normen und Empfehlungen festgeschrieben sind. Das sind in erster Linie die SN 505 261 der SIA «Einwirkungen auf Tragwerke» sowie die Empfehlungen «Erdbebensicherheit sekundärer Bauteile und weiterer Installationen und Einrichtungen» des Bundesamtes für Umwelt BAFU.

In der SIA 261 ist zu lesen:

16 Erdbeben

16.1.2 Allgemeines

Das mit der erdbebengerechten Projektierung angestrebte Schutzziel besteht im Personenschutz, der Schadensbegrenzung und der Gewährleistung der Funktionstüchtigkeit wichtiger Bauwerke unter der Einwirkung des Bemessungsbebens.

16.7.1 Sekundäre Bauteile

Für sekundäre Bauteile von Bauwerken der Bauwerksklassen I, II und III, die im Falle des Versagens Personen gefährden und/oder das Tragwerk beschädigen können, ist sowohl für das Bauteil als auch für dessen Verbindungen und Befestigungen oder Verankerungen der Nachweis der Tragsicherheit zu erbringen.

Gleiches gilt für sekundäre Bauteile von Bauwerken der Bauwerksklassen II und III, die eine bedeutende Infrastrukturfunktion beeinträchtigen, besonders wertvolle Einrichtungen beschädigen oder die Umwelt gefährden können.

Die Spezialisten und Beratungsingenieure der Hersteller von Befestigungstechniken sollten am besten bereits im Vorprojekt zugezogen werden, sofern der Planer nicht über das entsprechende Fachwissen verfügt. Mittels hilfreicher Software können einfach und schnell die notwendigen Berechnungen erstellt und adäquate Lösungsvorschläge unterbreitet werden.